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Breisach
Friday, August 12, 2022
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Einmal Breisach und zurück – Rundreise mit Dr. Patrick Rapp

Ob das wohl reicht? Dr. Patrick Rapp nimmt Maß für die Landtagswahl (Image: J. W. Steckmeister)

Übrigens, am 27. März finden in Baden- Württemberg Landtagswahlen statt! Wundern sollte man sich also nicht, wenn einem im Augenblick überall Politiker/Innen über den Weg laufen. Vor Wahlen sucht diese besondere Spezies nämlich die Nähe des Wahlvolkes. So auch der CDU- Kreisvorsitzende Dr. Patrick Rapp, der für den Wahlkreis 48 in den Stuttgarter Landtag einziehen will. Am Dienstag, den 08. Februar 2011, besuchte der Forstwissenschaftler aus Oberried die Europastadt Breisach. Hier informierte er sich über lokale Themen und besuchte verschiedene Betriebe. Und Rapp versprach, auch nach der Landtagswahl wieder zu kommen. 

Erste Station der Rundreise mit dem Kreisvorsitzenden war das Breisacher Rathaus. Im Trauzimmer wurde der Landtagskandidat zusammen mit seinen einheimischen Reiseführern/Innen Anita Güth, Thomas Scholz und Andreas Dewaldt (CDU- Ortsverband Breisach) von Bürgermeister Oliver Rein willkommen geheißen.
Breisacher Themen und viel Harmonie
Nach einem kurzen Abriss über die Geschichte der Stadt Breisach, die vor Dr. Rapp schon von weiteren bedeutenden Persönlichkeiten wie Kaiser Valentinian I, dem Sonnenkönig und erst kürzlich von Ministerpräsident Stefan Mappus besucht worden war, stieg der Hausherr in die Sachthemenrunde ein. Hier durfte natürlich das Integrierte Rheinprogramm (IRP) nicht fehlen. Breisach ist die einzige Gemeinde in deren nächster Umgebung gleich drei Polderräume vorgesehen sind. Für den Polder Kulturwehr, so Rein, hätte man inzwischen eine Kompromisslösung gefunden. Mit einem fünfjährigen Monitoring und einer Reduzierung der Flutungen von bis zu 65 auf jährlich maximal 15 Tage, würde man zunächst leben können, so der Bürgermeister. Nicht leben wollte er mit dem monströsen Querdamm im Polder Burkheim und einer unzureichenden Entschädigung der von den Flutungen betroffenen Sportvereine. Außerdem forderte er die verträglichen Fließpolder statt der umstrittenen Flutungen. Nicht einsichtig ist für Rein, warum der bei der Auskiesung des 90- Meter- Streifens am Polder Hartheim anfallende Kies dem Land und nicht der Stadt Breisach zufallen soll. „Die Stadt bringt Opfer, der Kies gehört der Stadt“, lautete das einleuchtende Fazit des Bürgermeisters.
Während sich Patrick Rapp nicht wie sein Vorgänger Gundolf Fleischer auf das dünne Eis mit dem Kies begeben wollte, stellte er klar, dass guter Politikstil immer auch Kompromissbereitschaft beinhalten müsse. Fachlich wie menschlich plädiert er gegen den Damm und für die Schlutenlösung beim Polder Burkheim.
Zum Themenkomplex Standortfaktoren bekannte sich Rapp klar zu Mittelstand und ländlichem Raum. „Die Stärke Baden- Württembergs ist seine dezentrale Wirtschaft“, betonte der Politiker, der, wie auch Rein, auf die „segensreiche“ Wirkung der Strukturprogramme der Landesregierung schwört. Seine Unterstützung für die Belange der Kommunen zu Themen wie ÖPNV, Kinder- und Seniorenbetreuung oder DSL- Versorgung sei „sicher und gewiss“. Auch das „große Thema“ B31 (Rein), versprach Rapp, wolle er nicht mit Bürokratie „weglähmen“, wie es im Moment beim stockenden Ausbau der Straße den Eindruck macht. „Alle Parteien haben heute die Bewahrung der Schöpfung auf dem Schirm“, so Rapp. Man sollte dies aber „nicht auf die Spitze treiben“ und damit wichtige Maßnahmen blockieren, betonte der Kandidat.
Zum Thema Bildung und Kinderbetreuung wünschten sich Rapp wie Rein „italienische Verhältnisse“ und eine sinnvollere Verteilung der Landesmittel nicht nach dem „Gießkannenprinzip“ sondern nach Bedarf.
Zum Gruppenbild mit Dame verließ man in harmonischer Stimmung das Rathaus.
Bedrängnis auf dem Bio- Hof
Bei strahlendem Sonnenschein ging es aus der pulsierenden Metropole Breisach hinaus aufs platte Land. Beim Hofgut Rothaus der Familien Sylvia und Frank Hinterseh sowie Sabrina und Hubertus Schmidt gab es nicht nur fröhliche Hühner, knuffige Hunde und duftendes Brot sondern auch einigen Unmut.
Die zwei Familien, die auf dem Bioland- Hof neben der Landwirtschaft auch einen Hofladen, eine Bäckerei und einen Pferdehof betreiben, drückt der Schuh gleich an beiden Füßen. Zum einen fehlt dem Hof die für einen Lebensmittelerzeuger gesetzlich vorgeschriebene Kläranlage. Hier fordert das Landratsamt nicht eine Kleinkläranlage nach dem „bayerischen Modell“ sondern den kostspieligen Anschluss des Hofgutes an die städtische Kläranlage. Zum anderen beklagen die Betreiber die unglückliche Verkehrssituation ihres Hofes. „Die B31 ist Fluch und Segen“, so Frank Hinterseh. Einerseits spült die stark befahrene Verbindungsstraße allerlei Kunden in den Hofladen, andererseits ist es wegen einer fehlenden Auffahrt äußerst riskant, den Biohof mit dem Auto anzufahren oder wieder zu verlassen. Eine verkehrssichere Zufahrt würde allerdings rund 150. 000 Euro kosten und zudem über städtische Grundstücke führen, beklagten die Hofbetreiber. Zwar hätte Breisachs Bürgermeister Oliver Rein die Angelegenheit zur „Chefsache“ erklärt, allerdings habe sich sonst nichts weiter getan. Weitere Investitionen, beispielsweise in eine geplante Hofschänke, getrauen sich die Betreiber im Moment nicht anzugehen, da dieser Publikumsmagnet die Verkehrssituation noch problematischer machen würde. Und auch das IRP beschert den Biobauern eine unangenehme Überraschung: 20 Hektar Anbaufläche liegen im geplanten Polder Breisach- Kulturwehr. Dr. Patrick Rapp hörte sich die Anliegen der Hofbetreiber/Innen an und lobte ihren Fleiß und Innovationswillen auch im Kampf gegen bürokratische Windmühlen und den „ALDIismus“. Er versprach, sich des Themas anzunehmen und auf jeden Fall wieder auf den Rothof zu kommen. Sei es zunächst einmal auch nur um einzukaufen.
Besuch beim „Baden- Württemberg- Modell“
Wieder zurück in Breisach durfte der Besuch eines Musterbetriebes natürlich nicht fehlen. Eine Besichtigung im Technikzentrum für Weiterbildung und Schulung (TWS) der Firma Gutmann- Messtechnik stand auf dem Tourprogramm. Der rennsportbegeisterte Firmengründer und Tüftler Kurt Gutmann hatte, nach dem Aufbau einer erfolgreichen Tuningwerkstatt, in den 80er Jahren mit der Entwicklung von Abgasreduktionssystemen begonnen. Mittlerweile gehört die Firma Hella Gutmann Messtechnik zu den erfolgreichsten Unternehmen bei der Entwicklung von elektronischen Fahrzeugdiagnose- und Abgasuntersuchungssystemen. Das Schulungscenter in der Breisacher Vaubanstraße ist „ein Hobby des Chefs“, so TWS- Leiter Wilfried Meyer. In den „Hobbyräumen“ des Unternehmers werden KFZ- Mechaniker aus ganz Deutschland wie aus europäischen Ländern im Umgang mit den modernen Diagnosegeräten aus dem Hause Gutmann geschult. Neben zwei Schulungshallen mit Übungsfahrzeugen, verfügt das Schulungszentrum im komplett sanierten ehemaligen französischen Offizierscasino über Unterrichtsräume und Gästezimmer für die Lehrgangsteilnehmer/Innen. Dem CDU- Kreisvorsitzenden war die Begeisterung über so viel „typisches Baden- Württemberg- Modell“ und Musterländle- Flair gut anzumerken, zumal es bei Hella Gutmann auch keinen prall gefüllten Kummerkasten sondern nur prall gefüllte Auftragsbücher gibt.
Gepflegte Gastlichkeit
Da die Uhr inzwischen hart auf Mittag ging, hatten routinierte Routenplaner den Besuch eines einheimischen Gastronomiebetriebes ans Ende der Rundreise mit Rapp gestellt. Adler- Wirt und DEHOGA- Kreisvorsitzender Peter Erhardt zeigte Rapps Reisegruppe zunächst seinen familiengeführten Gastronomiebetrieb im Breisacher Ortsteil Hochstetten. Neben einem Restaurantbetrieb, in dem der Bruder des Gastronomen für das leibliche Wohl verantwortlich zeichnet, gibt es im Adler Fremdenzimmer sowie einen Campingplatz hinter dem Haus. Dass Investitionen auch und gerade im ländlichen Gastgewerbe unabdingbar sind, zeigte und erklärte Peter Ehrhardt den Gästen anschaulich. Neben einer niegelnagelneuen Swimmingpoolanlage präsentierte Ehrhardt den gerade in Umsetzung befindlichen Ausbau seiner Gästezimmer. „Die Ansprüche der Gäste wachsen“, so der Gastronom, der in Zeiten der Hauptauslastung von Campingplatz und Hotel rund 120 Gäste beherbergt – rund ein Siebtel der Hochstetter Gesamtbevölkerung. Neben modernen Flachbildfernsehern und Wellnessbädern sei ein kostenloser Internetzugang für viele Urlauber/Innen mittlerweile ein entscheidendes Argument für oder gegen einen Beherbergungsbetrieb. So gehört im Adler zum Angebot für Hotelgäste als Extra eine kostenlose Schwarzwaldgästekarte.
Zu weiteren Gesprächen über das Thema Tourismus zogen sich Gastgeber und Gäste in die gemütliche Wirtsstube zurück, wo bei einem gemeinsamen Mittagessen noch Gelegenheit bestand, sich mit dem Besucher und dem Bürgermeister über politische Themen oder die Speisenfolge des Mittagessens zu unterhalten.
Es bleibt, wie vor jeder Wahl, gespannt abzuwarten, ob die Politikersehnsucht nach „menschlicher Nähe“ anhält, sobald der Wahlkampf beendet ist. Dr. Patrick Rapp jedenfalls schaufelt sich fleißig und unermüdlich aus dem stattlichen Schatten seines legendären Vorgängers Gundolf Fleischer.
 
Author:  Julius W. Steckmeister (Breisacher Nachrichten, Article No. 3804 ISSN 2698-6949)

Created on 2/9/2011 2:43 PM.

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Erste Station mit Rapp- Reisen: Vorm Breisacher Rathaus (CDU- Reiseleitung und BM Oliver Rein) (Image: J. W. Steckmeister)  

Zweite Station mit Rapp- Reisen: Auf dem Rotfhof (mit Familie Schmidt und Hinterseh) (Image: J. W. Steckmeister)  

Dritte Station mit Rapp- Reisen: TWS- Gutmann (CDU- Reiseleitung und Wilfried Meyer, TWS) (Image: J. W. Steckmeister)  

Vierte Station mit Rapp- Reisen: Pool hinterm ADLER ( mit Adler- Wirt Peter Ehrhardt und BM Oliver Rein) (Image: J. W. Steckmeister)  
   
 

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1 Comment(s)

2/16/2011 9:00:47 AM Last change on 2/17/2011 6:02:52 PM by Eric   #1

Eric (Leser)
   
Registered since: 2/16/2011
Posts: 1
So so, nach Herrn Rapps Ansicht haben mittlerweile alle Parteien die Bewahrung der Schöpfung "auf dem Schirm". Da schrickt man unwillkürlich auf und fragt sich, ob man einen Entwicklungssprung bei der CDU verpasst hat. Gentechnik, Atommüll, exzessiver Straßenbau etc., alles im Sinne der Schöpfung?
Zum Glück löst Herr Rapp die Verwunderung im nächsten Halbsatz wieder auf: man sollte " es aber nicht auf die Spitze treiben" und damit wichtige Projekte blockieren, sprich, gegen die Bewahrung der Schöpfung ist grundsätzlich nichts einzuwenden, solange sie nicht mit dem Wohlstandsbedürfnis der gegenwärtigen Bevölkerung kollidiert.
Vom Schirm ins Hirn scheint leider doch ein weiter Weg zu sein.

 


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